Am 15. September 1864 erhob Ludwig II. den Markt Rosenheim zur Stadt. So konnten die großen Jubiläen zur Stadterhebung im 20. Jahrhundert gefeiert werden, wobei die geplanten Festlichkeiten zum 50. Jahrestag wegen Ausbruch des 1. Weltkriegs ausfallen mussten.
Umso mehr konzentrierte sich Rosenheim auf die Planung zum 100. Stadtgeburtstag, und da die erste "Wies`n" nur drei Jahre vor der Stadterhebung stattgefunden hatte, nutzte man das Datum 1964 gleich auch noch dazu, das 100jährige Herbstfest zu feiern. Damit konnten auch die Kosten geringer gehalten werden, als bei zwei getrennten Feiern.
Sparsamkeit war das Gebot der Stunde, somit wurden auch "nur" 145.000 Mark, statt der anfangs geplanten 300.000 Mark von der Stadt und dem Wirtschaftlichen Verband in den Fond des Festausschusses zur Deckung der Ausgaben eingebracht.
Insgesamt dauerte die Hundertjahrfeier ein halbes Jahr. Der Auftakt war am 25. April 1964 die Eröffnung der 14. Süd-Ost-Messe. Parallel dazu waren bis zur ersten Mai-Woche Sonderausstellungen zur Stadtgeschichte und dem Themenkreis "Mensch und Technik" zu sehen.
Die einzelnen Vereine wie Trachten-, Gebirgsschützen- und Veteranenvereine sowie die Verkehrswacht organisierten Treffen, Feste und Sonderschauen, bis schließlich traditionsgemäß am letzten August Wochenende das Herbstfest eröffnet wurde.
Der eigentliche Höhepunkt des Festprogramms, der historische Festzug unter dem sinngemäßen Motto "Rosenheim vor 100 Jahren", fand eine Woche später statt: Über 50.000 Personen wohnten dem Ereignis in der Innenstadt bei, auf ausführender Seite waren 1.000 Personen, 140 Pferde und 44 Wagen vertreten.
Unter Beteiligung der verschiedenen Organisationen und Gruppen (darunter der Reit- und Fahrverein, die katholische Landjugend und die Jungbauernschaft) wurden charakteristische Szenen aus der Rosenheimer Geschichte und dem Leben der damaligen Zeit dargestellt und vom Amateurfilmclub Rosenheim als Farbfilm konserviert, der zwei Jahre später der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Angaben zum nachstehenden Film:
Copyright Weisser Studios 2011
Kamera: Ludwig Kriechbaum
Schnitt: Weisser Studios
Länge: ca. 11 Minuten




