Dank des neuen Geldgebers ist der Verein Pro Arbeit mit seiner Jugendsozialarbeit an Schulen nunmehr auf ganz besondere Weise mit der Rosenheimer Wiesn und dem Christkindlmarkt verwoben: Sichert doch der Wirtschaftliche Verband (WV), der unter anderem diese beiden Traditionsveranstaltungen ausrichtet, für die kommenden zwei Jahre eine Vollzeitstelle für eine sozialpädagogische Fachkraft.
Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung komme der Schulsozialarbeit eine immer größere Bedeutung zu und müsse möglichst frühzeitig – also bereits im Grundschulalter - ansetzen, begründet WV-Chef Reinhold Frey das finanzielle Engagement der knapp 650 Mitglieder zählenden Vereinigung, die sich die Förderung wirtschaftlicher, kultureller und verkehrspolitischer Interessen der Stadt und des Landkreises zur Aufgabe gemacht hat. Und diese präventive Form der Jugendhilfe, ist Frey überzeugt, trage letztlich auch zur Stärkung des Wirtschaftsraums Rosenheim bei. Großen Wert legt er deshalb auf regelmäßige Erfahrungsberichte aus dem Arbeitsalltag der Sozialpädagogen.
Ohne die laufende Akquise neuer Förderer allerdings bliebe die Schulsozialarbeit der freien Träger über kurz oder lang wohl auf der Strecke. „Es kommt einfach zu wenig Geld vom Staat und von den Kommunen.“, kritisierten Inge Ilgenfritz, die Vorsitzende von Pro Arbeit, und Vize Kaspar Öttl bei der Unterzeichnung des Sponsoring-Vertrags die Haltung der Politik. Selbst bereits bestehende, aus privater Hand geförderte Projekte könnten nach Auslaufen des Sponsorings nicht auf öffentliche Gelder hoffen. „Deshalb ist die private Wirtschaft für uns so wichtig.“, betont auch Pro Arbeit-Geschäftsführerin Claudia Georgii.
Das Konzept von Pro Arbeit hat indes nicht nur den WV-Vorsitzenden überzeugt. So hat der Einstieg des 1949 gegründeten und politisch neutralen Verbands, der bereits eine ganze Reihe von Projekten auf dem sozialen und kulturellen Sektor unterstützt, eine kleine Kettenreaktion losgetreten: Auch der Rotary Club, die Marc O' Polo-Stiftung und Privatleute, die namentlich nicht genannt werden möchten, haben bei einem gemeinsamen Treffen spontan finanzielle Unterstützung zugunsten der heranwachsenden Generation zugesagt. Die Verträge werden demnächst unterzeichnet.
Eine kräftige Finanzspritze vom Wirtschaftlichen Verband erhält der Verein Pro Arbeit für die Schulsozialarbeit in der Stadt und im Landkreis: WV-Chef Reinhold Frey (Zweiter von rechts) mit Inge Ilgenfritz (Zweite von links), Kaspar Öttl und Claudia Georgii bei der Unterzeichnung des Sponsoring-Vertrags.




